Windenergie

Windpark Schneifelhöhe: Spatenstich für ein 77‑Megawatt‑Projekt nahe Prüm

An einem frostklaren Wintermorgen bei Prüm setzten die Verantwortlichen symbolisch den ersten Pflug — Beginn eines Vorhabens, das in Rheinland-Pfalz als Leuchtturm der Windenergie gelten soll. Nach rund einem Jahrzehnt zwischen Planung, Prüfung und behördlichen Verfahren startete das Gemeinschaftsprojekt aus Energieversorgung Mittelrhein AG, Stadtwerke Karlsruhe GmbH und Thüga Erneuerbare Energien in Kooperation mit der Verbandsgemeinde Prüm sowie mit Eigentümern wie Landesforsten Rheinland-Pfalz und der Ortsgemeinde Sellerich. Das Gelände am bewaldeten Schneifelrücken — zwischen 630 und 670 Meter über Normalnull — erwies sich als ideal, um künftig Windkraft in großem Stil zu erzeugen.

Warum die Schneifelhöhe ideal ist

Die Verantwortlichen nennen mehrere Gründe: guter Wind, günstige Höhe und ausreichend Raum für moderne Turbinen. Ein Vertreter von Thüga sprach davon, dass dieser Standort wie geschaffen sei für Windenergie — mit vertretbarem Eingriff in Natur und Umwelt und zugleich nachhaltigem Gewinn für die Region. Das Forstamt Prüm sieht das ähnlich und betonte, dass man die eigenen Flächen ausdrücklich für ein Projekt zur Verfügung gestellt habe, das Klimaschutz und lokale Wertschöpfung verbindet. Damit dürften ökologische Aspekte und Gemeinwohl im Einklang stehen, sofern die Eingriffe umsichtig bleiben.

Ein Kraftpaket für die regionale Energiewende

Geplant sind elf Windräder des deutschen Herstellers Nordex, je Anlage mit einer Leistung von sieben Megawatt — zusammengenommen stolze 77 MW. Mit einer Höhe von rund 250 Metern (Nabenhöhe etwa 164 Meter, Rotorumfang rund 163 Meter) sind die Anlagen auf anspruchsvolle Winde ausgelegt. Der Stromertrag wird mit etwa 200 Millionen Kilowattstunden im Jahr angegeben — genug, um rechnerisch rund 160.000 Menschen zu versorgen, also in etwa die Einwohnerzahl der Landkreise Bitburg-Prüm und Cochem-Zell zusammen. Zusätzlich rechnen die Initiatoren mit einer spürbaren CO₂-Einsparung — ein starkes Signal für Klimaschutz und dezentrale Energieversorgung.

Für das Unternehmen evm markiert der neue Windpark einen Meilenstein: Das größte regenerative Projekt bislang. Der Vorstand äußerte mit Stolz, das Vorhaben sei ein bedeutender Beitrag zur Energiewende und ein Ausdruck dafür, wie Kommunen Verantwortung für nachhaltige Energie übernehmen können. Auch Stadtwerke und Thüga unterstreichen, dass gemeinsames Engagement wichtiger sei denn je — vor allem in ländlichen Regionen wie der Eifel.

Was sonst noch zählt

Neben dem ökologischen Gewinn sind auch wirtschaftliche Aspekte nicht zu vernachlässigen: Für die Gemeinden bedeutet der Windpark zusätzliche Einnahmen und damit Investitionsspielraum für lokale Infrastruktur oder öffentliche Aufgaben. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm erinnerte daran, dass der Nutzen über sauberen Strom hinausgehe — regionale Werte blieben hier, statt Geld ins Ausland zu leiten.

Der Bau soll in den nächsten Wochen beginnen, nachdem vorbereitende Maßnahmen anlaufen. Die eigentliche Errichtung der Infrastruktur startet voraussichtlich Anfang kommenden Jahres. Werden die Planungen eingehalten, soll der Windpark bis Herbst 2027 ans Netz gehen — ein ehrgeiziges Ziel, aber greifbar, wenn alles nach Plan läuft.

Wichtige Eckdaten im Überblick

Der Standort liegt auf dem Schneifelrücken im Gebiet der Verbandsgemeinde Prüm, im Landkreis Bitburg-Prüm. Elf Windenergieanlagen sind geplant, alle mit Turbinen von Nordex und einer Leistung von jeweils sieben Megawatt — zusammen 77 MW. Die Gesamthöhe der Anlagen beträgt etwa 250 Meter, mit einer Nabenhöhe von 164 Metern und einem Rotordurchmesser von 163 Metern. Nach Schätzungen wird der Windpark jährlich rund 200 Millionen kWh Strom erzeugen — ausreichend für die Versorgung von circa 160.000 Menschen. Für das Vorhaben sind rund 150 Millionen Euro vorgesehen. Der Baubeginn fällt in den Winter 2025, die Inbetriebnahme ist für Herbst 2027 angesetzt.

Wenn der Wind spielt, könnte hier bald nicht nur Natur sichtbar schwingen — sondern ein neues Kapitel der Energieversorgung beginnen.

Fakten zum Windpark Schneifelhöhe
Standort: Schneifelrücken, Verbandsgemeinde Prüm, Landkreis Bitburg-Prüm
Anlagenanzahl: 11 Windenergieanlagen vom Hersteller Nordex
Leistung: 7 MW je Windenergieanlage, Gesamtleistung 77 MW
Gesamthöhe: ca. 250 Meter; Nabenhöhe: 164 Meter; Rotordurchmesser: 163 Meter
Jahresenergieertrag: rund 200 Millionen kWh – genug für ca. 160.000 Menschen
Investition: ca. 150 Millionen Euro
Zeitplan: Baubeginn Winter 2025, Inbetriebnahme Herbst 2027